elektrische Modifikationen

zugegeben, ich war etwas schreibfaul im Jahr 2014. Trotzdem ist so einiges an der Bolle gemacht worden.

Alles was Elektrik betrifft, will ich hier mal kurz zusammenfassen.

Anlasser Relais

Mehr aus Neugier denn aus Notwendigkeit habe ich das Anlasserrelais geöffnet und zerlegt.

Dabei muss man vorsichtig die Spulenanschlüsse entlöten und aufpassen, dass man die Drähte nicht abreißt.

Einer der Drähte ist mir aus Unachtsamkeit dennoch abgerissen – doch zum Glück ist dieser noch lang genug geblieben.

Anker_OberteilSo sieht das Relais von der Unterseite aus, wenn die Spule entfernt ist.  Durch die zwei messingfarbenen Hohlnieten werden die Anschlüsse der Spule durchgesteckt und auf der Oberseite verlötet.

Hier sieht man alle Einzelteile.  Die Kontaktstellen waren schon sehr eingebrannt. Kontakte

Die Kontaktstellen wurden dann geglättet und alle anderen Teile gereinigt und von Oxidationen befreit. Nun wieder alles zusammen gebaut und die Spulendrähte neu verlötet. verloetet

Noch ein Tipp: Wenn die mit der Entlötpumpe kein Zinn mehr entfernt werden kann, die Drähte aber immer noch nicht lose sind, behelfe ich mir immer mit einer stumpfen Spritzennadel. Die nimmt kein Zinn an, und wenn die zu entlötende Bohrung warm ist, dann kann man damit einfach die Bohrung durchstechen und so den Draht frei bekommen.

Leotpunkt_Nadel

Kabelbaum und Spannungsversorgung

Außerdem habe ich die Spannungsversorgung der Bolle auf Vordermann gebracht und wie in einigen Internetforen angerissen, etwas ‚optimiert‘.

Die Optimierung besteht darin, dass zusätzliche Masseverbindungen gelegt und der Batterieplus der Zündungs- und Spannungsreglerkomponenten nun über Relais geschaltet wird. Das zugehörige Relais wird dabei natürlich über die bisherigen Schalter angesteuert. Das verhindert Spannungsabfälle und macht sich durch ein besseres Startverhalten bemerkbar. Auch das Abblend- und Fernlicht wird nun über Relais direkt nach der Hauptsicherung versorgt. Dies macht sich ebenso mit weniger Spannungsabfall und einem deutlich helleren Licht positiv bemerkbar.

 

Relais-BoldorDie Relais sind mit jeweils einer eigenen Sicherung für den Lastkreis ausgestattet. Zum befestigen der Relais habe ich mir einen Relaisträger gebaut und diesen hinter dem linken Seitendeckel vor dem Laderegler angebracht.

Die Versorgung der Zündungsmimik über Relais lässt mir außerdem die Möglichkeit, später noch einen Schalter am Seitenständer anzubringen, so dass ich, TÜV-konform, den Seitenständer nicht selbsteinklappend ausführen muss. />

Batterie

Ach ja, fast hätte ich es vergessen zu erwähnen. Im Herbst 2013 habe ich mein Säure-Blei Akku gegen einen selbst zusammengebauten LiFePo4 Akkupack getauscht. Der hat sich bisher bewährt. Kein Vergleich zum Blei-Akku.

Einbauen und vergessen 😉

Kein Nachladen nach langer Standzeit und Kapazität ohne Ende. So habe ich den Anlasser meiner Bolle noch nie jubeln hören…

Lenkerschalter aufmöbeln

Wenn es draußen zu kalt ist, als dass man ohne Gefahr von Erfrierungen an den Fingern am Bike schrauben kann, dann holt man sich halt handliche Teile vom Bike ins Haus.

Weil ich sowieso an der Elektrik der Bolle arbeiten wollte, war ein lohnendes Objekt gleich gefunden – der rechte Lenkerschalter. Warum ausgerechnet der rechte? Weil sich dort der Starterknopf, der Killschalter und der Lichtschalter befindet. Die Leitungen und Komponenten in diesem Umfeld wollte ich sowieso überprüfen und einiges optimieren.

Mein Ziel ist vor allem, die Haupt-Strompfade des 12V-Plus Zweigs und der Masseverbindungen zu sanieren. Dazu gehört unter anderem das Starterrelais mit 30A-Hauptsicherung und Steckkontakten, sowie alle Schalter und Steckverbindungen zur Zündung hin (Zündschloss, Killschalter, Kupplungsschalter, Leerlaufschalter). Für die Masseverbindungen von Batterie an den Rahmen und den Motor habe ich bereits neue Kabel in 16-Quadrat angefertigt. Die alten waren an den Kabelschuhen schon halb durch.

Aber zurück zum Lenkerschalter.

So sieht er nach jahrelanger Benutzung von innen aus.

Lenkerschalter, angegammelt
Lenkerschalter, angegammelt

Ein Blick in die geöffnete Schalterarmatur. Im linken Teil sieht man die Unterseite des Kill-Schalters, im rechten Teil blickt man auf Schiebeschalter und Betätigungshebel des Lichtschalters.

Kontake im Detail
Kontake im Detail

 

Man kann hier den Lichtschalter im Detail erkennen. Fängt ja schon mal gut an. Wenn alle Kontakte im Leitungsweg annähernd so ausschauen, dann kann ich mir den Spannungsabfall vom Plus-Pol der Batterie bis zum jeweiligen Verbraucher gut erklären.

 

Blinkerschalter zerlegt
Blinkerschalter zerlegt

 

Den Lichtschalter kann man einfach weiter zerlegen. Zu erkennen ist der weisse Schieber, in welchem normalerweise die Federkontakte liegen, ebenso wie Kontaktzungen auf den braunen Pertinax. Alles schön mit reichlich Grünspan… Kein Wunder, dass das Abblend- und Fernlicht nur noch wie eine Funzel leuchten. Die Kontakte des Kill-Schalters waren auch nicht besser. Der Starter-Kontakt war dagegen noch ganz in Ordnung.

alles schön gereinigt
alles schön gereinigt

 

Nachdem alles schön gereinigt ist, steht einem ungehinderten Stromfluss nichts mehr im Wege 🙂

Lenkerschalter komplettiert
Lenkerschalter komplettiert

 

So, nun alles wieder an seinen Platz gebracht und komplettiert, muss nur noch die Optik wieder aufgefrischt werden. Vor allem die Beschriftung möchte ich wieder durch Farbe hervorheben.

Dafür habe ich mir eine Art Stempel aus einer Schraube und etwas Gummi gebastelt. Das Gummi habe ich auf den Schraubenkopf geklebt und dient dann als Stempelfläche. So kann man nun mit einem Pinsel Farbe auf den Stempel auftragen und diesen dann auf die hervorgehobenen Buchstaben auf dem Lenkerschalter aufdrücken.

Mit dieser Technik bleibt die Farbe nur an der Oberseite dieser Buchstaben und läuft nicht dahin, wo wir die Farbe nicht haben wollen.

So sieht das Endergebnis aus…

Lenkerschalt neu Beschriftet
Lenkerschalter neu beschriftet

 

 

 

So long, demnächst mit weiteren Neuigkeiten rund um die Elektrik.

Elektrisches (der Anlasser)

Weil ich im Moment am eigentlichen Motor sowieso nichts machen kann, habe ich mich erst mal anderen wichtigen Teilen zugewandt.

So habe ich den Anlasser komplett zerlegt und wieder aufgearbeitet. War auch gut so, denn das Kugellager auf der Achse des Ankers war defekt. Also das Kugellager getauscht, dann gleich die Wicklungsenden am Kommutator nachgelötet. Diesen dann auf der Drehbank eines Bekannten (danke Jürgen!) abgedreht. Und weil wir gerade an der Drehbank zugange waren, auch noch gleich den Rotor der Lichtmaschine entsprechend bearbeitet. Die Kupfer-Schleifflächen sahen doch sehr mitgenommen aus und hatten teilweise tiefe Krater. Jetzt sieht alles wieder sehr gut aus. Auch die elektischen Messwerte sind gut.

Der Anlasser wurde zuhause schön sauber gemacht. Dabei gleich die Einbrennstellen an den Auflageflächen von Anlassergehäuse, Bürstenhalter und hinterer Abdeckung beseitigt. Damit sollten die elektrischen Übergangswiderstände minimal sein und der Anlasser mit neuen Kohlen wieder richtig Kraft haben. Da fließen doch einige Ampere…
Ich hatte mir auch überlegt, ob ich eine extra Masseverbindung von der ‚Massekohle‘ zum Anlassergehäuse lege, damit die Auflageflächen nicht wieder mit der Zeit einbrennen. Ich habe es dann jedoch gelassen – das kann ich später mit geringem Aufwand immer noch tun.

So sieht jetzt mein überarbeiteter Anlasser aus:

Anlasser- Rückseite

Anlasser von vorne

Kann sich doch sehen lassen, oder?

 

Ach ja, weil ich beim zerlegen die Schraubenköpfe verhunzt hatte, habe ich gleich Inbusschrauben (M5x150mm) aus Edelstahl verbaut. Diese Schrauben sollten von der Zugfestigkeit in diesem Bereich genügen. Wir werden sehen…