Schwinge CB 1100 F

Im letzten Jahr bin ich noch preiswert zu einer kompletten Hinterradschwinge der CB 1100 F gekommen, inklusive aller Achsen, Gleitschienen und der Bremsankerstrebe.

Schwinge CB 1100 f
Schwinge CB 1100 f

Im Gegensatz zu den im allgemeinen verbauten Schwingen der CB 900 f, welche aus Rundmaterial gefertigt sind, besteht die Schwinge der CB 1100 f aus Vierkantmaterial (sogenannte Kastenschwinge). Die Abmessungen beider Schwingen sind gleich und die Schwingenachse der 900er Boldor meines Baujahres  hat die selbe Dimension.

Die letzten Modelle der CB 900 f wurden sogar serienmäßig mit dieser Schwinge ausgeliefert. Daher erwarte ich bei einem Umbau auch keine Schwierigkeiten oder Eintragungsarbeiten beim TÜV.

Man sagt, dass die Kastenschwinge stabiler und besser hinsichtlich der Steifigkeit sei und dadurch das Fahrverhalten positiv beeinflusst wird. Dazu kann ich erst einmal nichts sagen und das ist auch nicht der Hauptgrund, weswegen ich die Schwinge später verwenden möchte.

Mir gefällt einfach die Hinterradbefestigung und die damit verbundene Kettenspanner-Mimik besser. Ausserdem trage ich mich mit dem Gedanken, statt des originalen 130er Reifens einen 140er eintragen zu lassen. Ich habe die Hoffnung, dass dies mit dieser Schwinge und der ovalen Bremsankerstrebe der 1100er beim TÜV einfacher geht.

Die Schwinge muss natürlich auch optisch hergerichtet werden. Daher habe ich mich an einem nicht so kalten Wintertag in die kalte Garage begeben, um zuerst die Nadellager auszutreiben.

Dazu wurde die Lageraufnahme der Schwinge von aussen zuerst mit dem Heissluftfön erwärmt. Die Hoffnung, dass sich das Material etwas ausdehnt und so die Lager leichter auszutreiben sind, hat sich leider nicht erfüllt.

Der erste Versuch, die Lager mit Hammer und einem 10mm Rundmaterial, welches durch die Achsaufnahme gesteckt und quasi von hinten auf den Rand des Nadellagers gesetzt wird, hat lediglich das Nadellager zerstört. Dabei bin ich mit dem Rundmaterial bei jedem Schlag abgerutscht und habe so den Rand des Lagers eingedrückt.

 

Also musste eine andere Lösung her…

Um die Auflagefläche zu vergrößern und ein Abrutschen beim Austreiben zu verhindern, wurde eine starke Unterlagscheibe in Umfang und an zwei Seiten parallel so zurecht gefeilt, dass ich die Scheibe dann durch die Achsaufnahme  der Schwinge führen und hinter das Lager auf dessen Bund auflegen kann.

Scheibe, zurecht gefeilt
Scheibe, zurecht gefeilt

Im Bild erkennt man die abgeflachten Seiten der Scheibe. Diese ermöglichen mir, die Scheibe später durch das Lager hindurch zu führen und so von hinten, also in der Schwingenaufnahme,  auf das Lager aufzulegen.

Scheibe, 'von vorne' aufgelegt
Scheibe, ‚von vorne‘ aufgelegt

 

Im Bild rechts ist die Scheibe testweise von aussen (von vorne) auf das Nadellager gelegt, um zu prüfen, dass der Durchmesser klein genug ist, um später in der Lagerpassung nicht zu verklemmen, aber gross genug ist um auf dem Lagerrand ausreichend aufzuliegen.

 

So wird es passen
So wird es passen

 

Zum Austreiben benutzte ich dann die größtmögliche Nuss meines Schlagschraubers, welche noch durch die Achsaufnahme , respektive durch das zweite Lager hindurch passt.

 

 

Austreiben des LAgers
Austreiben des Lagers

 

Die Scheibe ist nun hinter das untere Lager gelegt. Dann auf die Nuss noch die passenden Verlängerungen aufgesteckt, und alles von oben auf die Scheibe gesetzt. Die Schwinge entsprechend unterlegt, und schon war die ganze Angelegenheit erledigt.

 

von unten: LAger, Scheibe Nuss,Schwinge
von unten: Lager- Scheibe-Nuss-Schwinge

 

Hier nochmal zum verdeutlichen:

Ganz unten sieht man das ausgetriebene Lager, darauf die Scheibe und die schwarze Nuss, wie diese aus der Lagerpassung ragt. Das Procedere nun auch auch für das zweite Lager auf der anderen Seite durchführen und fertig ist die Laube.

Die neuen Lager liegen schon zum Einbau bereit. Jedoch werde ich die Schwinge optisch erst aufarbeiten, wenn es etwas wärmer geworden ist. Im Endeffekt wird die Schwinge, genau wie der Rahmen, schwarz lackiert werden.

Vorher sind jedoch noch andere, wichtigere Arbeiten am Motorrad auszuführen.

Update Juli 2014:

Die Schwinge ist zwischenzeitlich schön hergerichtet, schwarz lackiert und in meiner Bolle verbaut. Das war allerdings nicht ganz problemlos mit dem original SC09 Hinterrad. Wenn alles, wie bei der Rundrohrschwinge, übernommen wird, ist die 1100er Schwinge zu eng und das Hinterrad sitzt ca. 1,5 cm nach rechts aus der Mitte. Damit alles passt, braucht man den Kettenradträger der 1100er (SC11) und die linke Distanzbuchse dazu. Der Kettenradträger der SC11 ist nicht so hoch wie der der SC09 (oder SC01).