…die Montage beginnt

endlich!

Zum Glück ist langes Wochenende und erst mal stehen keine anderen Verpflichtungen an. Einen lieben Dank an meine Frau, dass Sie mir freigegeben hat… 😉 ! Daher kann ich mich konzentriert an den Zusammenbau des Motors machen.

sonstige Gehäusedeckel neu lackiert

Ich habe mich dazu entschlossen, das Motorengehäuse erst nach der Montage zu lackieren.
Die übrigen Gehäusedeckel habe ich jedoch bereits gelackt. Hierzu wurden die Teile mit einer Schleifbürste aus Kunststoff (nennt man das so?), welche in die Bohrmaschine gespannt wird, gereinigt und so auch die Ausblühungen unter dem alten Lack entfernt. Danach noch kurz mit 400er Schleifpapier geglättet, abgeklebt, mit Silikonentferner entfettet und mit spezieller hitzebeständiger Grundierung (grau) vorlackiert. Am nächsten Tag dann die endgültige Farbschicht in einem seidenmatten Schwarz aufgebracht.
Zuerst wollte ich mir den original HONDA Farbton (NH-1) vom Lacker meines Vertrauens mischen lassen. Jedoch wollte ich nun nicht mit Kompressor und Farbspritzpistole hantieren. Daher habe ich speziellen hitzebeständigen Lack aus der Spraydose benutzt. Das Ergebnis kann sich doch sehen lassen, oder? Nachdem der Lack trocken und ‚eingebrannt‘ ist, soll er auch resistent gegen Benzin und Lösungsmittel sein. Das ist wichtig, wenn mal was daneben geht, oder man den Motor reinigen möchte. Bei meinem anderen Motorrad hat es auf jeden Fall so funktioniert.
Noch nicht ganz klar ist, ob ich den gesamten Motor später noch mit einer Schicht Klarlack überziehe. Der steht zumindest mal bereit dafür. Wer aufmerksam die Gehäusedeckel zählt, wird feststellen, dass die Abdeckung für den Anlasser fehlt. Diese möchte ich polieren und habe daher nur die alte schwarze Farbe entfernt. Gleiches mache ich mit dem Ventildeckel, welcher im Original beim schwarzen Motor ebenfalls silber ist. Das polieren des Ventildeckels wird aber noch arbeitsintensiv. Das liegt einmal an seiner Form, weil man schleckt in alle Ecken kommt. Zum anderen an seinem Zustand. Unter seiner schwarzen Farbe ist er doch recht zerfressen und hat dadurch doch recht tiefe Macken. Diese müssen zuerst herausgeschliffen werden.

Gehäusehälften innen fertig gesäubert

Während die Farbe noch trocknet, habe ich die Motorgehäusehälften innen nochmal peinlichst gesäubert. Dazu benutze ich Bremsenreiniger und Druckluft – dem Kompressor sei Dank 🙂 . Dabei werden alle Ölkanäle mit besonderer Sorgfalt kontrolliert. Nichts ist ärgerlicher, als ein späterer Motorschaden durch verstopfte Ölspritzdüsen oder Fremdkörper, welche übersehen wurden. Die Sitze für Lager und Simmerringe nicht vergessen. Für die Montage der ‚Innereien‘ legt man zweckmäßiger Weise das obere Gehäuse umgedreht vor sich hin (alles verstanden? 😉 ). Ich habe für die Montage dazu nun das obere Gehäuseteil kopfüber in meinen Montageständer gehängt. Die Bohrungen für den Zylinderfuß zeigen also Richtung Boden. Im Bild kann man erkennen, wie das mit aufgelegtem unteren Gehäuseteil ausschaut. In das untere Gehäuseteil (welches sich nun im Bild oben befindet 😉 ) ist bereits die Schaltwelle mit Schaltgabeln und -Gestänge eingebaut. Ein neuer Simmering ist natürlich dabei auch eingesetzt worden.

Innereien eingelegtHeute hatte ich noch Hilfe von Andreas. Beim Einlegen und Zusammenbau von Kurbelwelle und Pleuelstangen geht es einfacher, wenn zwei Hände mehr im Einsatz sind. Ich muss zugeben, das macht richtig Spass, wenn man alles mit neuen Lagerschalen, Ketten und Simmerringen ausgestattet wachsen sieht. Nicht vergessen alle Gleitlagerstellen vorher mit Molybdän-Disulfid-Fett zu versehen, sonst ist es gleich beim ersten Start des Motors schon wieder vorbei. Jetzt noch schnell Primärwelle, Haupt- und Gegenwelle (Antriebswelle) eingelegt – fertig. Die Wellen hatte ich ja bereits vor einiger Zeit aufgearbeitet und gut geölt weggepackt. An der Gegenwelle an den Einbau des Passstiftes denken, der das Verdrehen des Lagerkäfigs verhindert. Ebenso die Sicherungen in den Nuten für die anderen Lager einbauen.

Bolle wartet auf Herz

Im Hintergrund wartet meine Bolle ebenfalls schon sehnsüchtig auf ihr neues Herz.
Ein Tipp noch zur Montage des Primärkettenspanner:
Der Primärkettenspanner ist im unteren Gehäuseteil montiert. Der Stößel, welcher gegen die Gleitschiene drückt, verhakt sich gerne in seiner Führung, wenn er durch fehlenden Gegendruck der Gleitschiene zu weit herauskommt. Um das zu verhindern, drücke ich den Stößel mit der Gleitschiene hinein und fixiere diese mit einem langen Kabelbinder durch Öffnungen im Gehäuse. So kann ich später das untere Gehäuse bequem aufsetzen und den aufgeschnittenen Kabelbinder danach gefahrlos entfernen. Die Schaltwalze und die Getriebezahnräder auf den ersten Gang stellen und die Nuten für die Schaltgabeln noch einfetten.

Jetzt ist erst mal Zeit für einen Kaffee.

Beim nächsten Arbeitsschritt sollte es zügig und ohne Unterbrechung vorangehen. Zuerst noch mal die Gehäusedichtflächen entfettet und die unterschiedlichen Gehäuseschrauben so zurechtgelegt, dass ich ohne lange Sucherei die richtige Schraube an die richtige Stelle setzten kann. Das sind immerhin 30 Stück!. Nachem nun alles sauber vorbereitet ist, gibt man flüssiges Dichtungsmittel sparsam auf die Dichtflächen des unteren Gehäuseteiles (also dem, welches nicht im Montageständer hängt) und an spezielle Stellen des oberen Gehäuseteils (Werkstatthandbuch lesen…). Aufpassen, dass später nichts in die Gleitlagerschalen gedrückt wird! Das Aufbringen der Dichtungsmasse benötigt schon seine Zeit, daher unbedingt die Vorgaben des Herstellers berücksichtigen. Ich benutze eine antrhazitfarbene Masse, welche keine Ablüftezeit benötigt. Nach 15 Miuten bildet sich aber bereits eine Haut. Also konzentriert und zügig vorgehen. Nun die Gehäuseteile zusammenfügen und mit den zurechtgelegten Schrauben verschrauben – Drehmomentschlüssel benutzen! Hierbei unbedingt auf das unterschiedliche Anzugsdrehmoment der verschiedenen Schrauben achten.

Puh! Aber alles Bestens. So siehts nun aus:

Motorgehäuse fertig verschraubt
Montageständer von unten

Im linken Bild ist der Kabelbinder, mit dem ich den Primärkenntenspanner fixiert habe, bereits entfernt. Das Getriebe lässt sich in allen Gängen leicht durchschalten. Die Kurbelwelle lässt sich zusammen mit den Pleuel ebenfalls leicht bewegen. Eine große Freude und Erleichterung macht sich in mir breit. So kann es weitergehen.

Als nächstes werde ich nun alles abkleben und ebenfalls lackieren.

bis denne…. Stay tuned!