Kurbelgehäuse

Je kälter es draußen in der Garage ist, desto spärlicher werden die Arbeitsschritte fotografisch festgehalten und dokumentiert.

Beim Ausbau des Kupplungskorbes war mal wieder Improvisationstalent gefragt. Den erforderlichen Schlüssel für die Nutenmutter besitze ich natürlich nicht. Also auch hier kurzerhand ein Rohr mit den entsprechenden Zapfen zugesägt und böse enttäuscht. Die Mutter bewegt sich keinen Millimeter und der eben angefertigte Schlüssel hat der nötigen Kraft nichts entgegenzusetzen und ist kaputt. Also frustriert ins warme Haus und erst mal einen Tee getrunken.

Am nächsten Tag ein neuer Anlauf. Ich habe aus einer 23er Nuss mit der Flex die Nuten herausgearbeitet und diesmal Glück gehabt.

Nutenschlüssel Marke Eigenbau

Der so angefertigte Schlüssel passt satt in die Nutenmutter. Nur mit der Kraft und dem Hebel der normalen Ratsche ist auch damit nichts zu holen, zumal ich das Getriebe nicht richtig blockieren kann. Der Tipp eines Bekannten war dann aber für mich mal wieder Gold wert. „Wir machen sowas immer mit dem Schlagschrauber auf. Das macht auch keine Probleme für die Wellenlager“. Gesagt – getan. Den Schlagschrauber des Bekannten ausgeliehen und damit war es dann kein Ding. Man muss die Welle nicht mal gegen Verdrehen blockieren. Seitdem mache ich das mit allen Wellenschrauben so.

In der Zwischenzeit habe ich die Motorhälften des Kurbelgehäuses getrennt. Auch hier wieder das übliche Spiel mit dem Schonhammer. Zusätzlich sind ja die Dichtflächen der Gehäusehälften mit Dichtmasse versehen, was der Trennung zusätzlich im Weg steht. Aber mit der nötigen Geduld, einem Heissluftfön und dem besagten Hämmerchen war auch diese Aufgabe irgendwann gelöst.

Übrigens, das fehlende Teil der Scheibe unter der Ventilfeder habe ich dann auch in der hintersten Ecke des Motorgehäuses gefunden.

Ölsieb mit 'Goldnuggets'

In der Ölwanne war der übliche Dreck zu finden und auf dem Ölsieb kleine goldfarbene Metallstückchen. Keine Ahnung, woher diese stammen. Alle Zahnradflanken des Getriebes sehen auf jeden Fall sehr gut aus und nichts ist ausgebrochen. Auch alle Kugel- und Nadellager haben keinen Verlust zu vermelden.
Ich habe mir sagen lassen, dass die Rückstände auf dem Ölsieb im Vergleich zu anderen Motoren mit ähnlicher Laufleistung jedenfalls sehr gering ausfallen.

Das macht erst mal wieder Hoffnung.

Ölpumpe mit Riefen

 

 

 

Trotzdem habe ich dann gleich mal die Ölpumpe auseinander genommen. Hier sind deutliche Spuren von Fremdkörpern zu sehen, welche hier Karusell gefahren sind. Ich habe dann eine andere gebrauchte Ölpumpe besorgt, diese sah aber auch nicht besser aus. Daher werde ich wohl meine wieder einbauen, so wie sie ist.

So, nun erst mal Getriebewellen und sonstige Innerein schön verpackt und zur Seite gelegt. Wenn es draußen so kalt ist, werde ich höchstens den groben Dreck von den Gehäuseteilen kratzen und anfangen, die einzelnen Motorenteile zu begutachten und zu vermessen. Das aber natürlich im angenehm temperierten Haus mit den entsprechend temperierten Teile. Die Messungen sollen ja aussagekräftig und hinterher alles in der Toleranz sein.

Bis dann wenn die wärmeren Tage kommen….