Vermessen…

… bin ich nicht. Schon mal gute Vorraussetzungen für die anstehenden Arbeiten. 🙂

 

Der Motor ist nun ja in alle seine Einzelteile zerlegt. Jetzt wird erst mal alles genau vermessen. Weil es draußen in der Garage bitterkalt ist, werden die zu vermessenden Teile ins Haus geholt, damit sie sich aklimatisieren können.

Nockenwellenlager - fragwürdig

Zylinderkopf:
Die Inneren beiden Lagerböcke der Auslaß-Nockenwelle weisen Riefen auf. Erst mal nicht schön. Daher wird zuerst einmal das Ölspiel der Nockenwellenlager geprüft. Messen kann ich da wenig, daher wird ein Plastigage-Messstreifen verwendet. Dazu werden die Nockenwellen wieder in die Lagerböcke des Zylinderkopfes gelegt, jeweils ein Stück des Messstreifens auf die Lagerstellen der Nockenwellen gelegt, danach die oberen Lagerschalenhälften aufgelegt und die Befestigungsschrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Der Messstreifen wird dabei ‚breitgequetscht‘. Nun die Lagerschalenhälften wieder abbauen und darauf achten, dass die Nockenwellen dabei nicht verdreht werden. Die Breite des Streifens gibt das Maß des Ölspiels an und kann anhand einer Vergleichslehre bestimmt werden. Das Ölspiel aller Lagerstellen bei meinem Zylinderkopf ist noch in der Toleranz. Von daher also erst mal Entwarnung. Ventilführungen und Ventilschäfte sind ebenfalls gut.

Pleuel und Kurbelwelle bekommen natürlich neue Lagerschalen. Dazu habe ich die Hauptlager und Lagerzapfen der Kurbelwelle mit eienr Mikrometerschraube gemessen. An die Lagerböcke komme ich im Motorinneren zum Messen nicht heran, daher habe ich die eingestanzten Kennbuchstaben herangezogen und zusammen mit den Messergebnissen die benötigten Lagerschalen bestimmt.

Dann wurde erstmal eine große Teileliste zusammengestellt und alle benötigten Teile für den Wiederaufbau bestellt. Es versteht sich von selbst, dass alle Steuerkettenspanner, Steuerketten, Primärantriebskette, Simmerringe, Dichtungen usw. bei diesem Neuaufbau ersetzt werden. Ich möchte den Motor schließlich nicht gleich wieder aufmachen müssen, nur weil ich am falschen Ende gespart habe. Auch die Ruckdämpfer-Gummies in der Primärwelle werden ersetzt. Hier war der Schlagschrauber beim zerlegen der Welle wieder sehr hilfreich.

Mittlerweile ist sind auch Kolben, Ventile, Zylinder, und Zylinderkopf gereinigt. Dabei stellte ich fest, dass der Zylinderkopf in zwei Zylindern Stegrisse zwischen dem Kerzenloch und Ventilsitzringen aufweist. Also wieder eine weitere Baustelle. Nach einigem Überlegen entschloss ich mich dazu, diesen Kopf schweissen zu lassen, anstatt einen anderen, gebrauchten Kopf zu besorgen. Wer weiss, was ich mir dann sonst noch eingehandelt hätte.

Zum Glück habe ich einen guten Motorenbauer bei mir in der Nähe gefunden. Zu diesem bringe ich Zylinderkopf, Zylinder, Kolben und alle Ventile. Der Kopf wird mit dem Laser geschweisst, die Ventilsitze neu gefräst, die Ventile geschliffen, der Zylinder mit den Kolben vermessen und neu gehohnt. Wenn Zylinder und Kolben noch in der Toleranz sind, kommen nur neue Kolbenringe dazu.
Ich hoffe, dass das so sein wird. Sonst sind Übermaßkolben fällig und der Zylinder muss entsprechend aufgebohrt werden. Diese finanzielle Zusatzarie würde ich mir gerne ersparen…